Montag, 13. April 2015

Warlords of Draenor: Langsam wird´s langweilig

Als das neueste WoW-Addon Warlords of Draenor auf den Markt kam, gab es zwei Sorten von Spielern: diejenigen, die die Erweiterung geil fanden, und die Zocker, die sie halt eher bescheiden fanden. Trotz aller Kritik war ich eigentlich immer auf der Seite von Blizzard. WoD hat Bock gemacht, die Raids waren auch nicht verkehrt und ... da verließen sie ihn. Zumindest hat mir das Addon Spaß gemacht. Das ist jetzt nicht mehr unbedingt so.

Fünf Chars, null Aufgaben

Fassen wir zusammen: Ich habe fünf Charaktere auf Level 100, einen Druiden, einen Paladin, einen Todesritter, einen Mönch und einen Schamanen. Der Druide ist mein Main, dementsprechend gut equipt und hat alle Ressourcen quasi am Cap (außer Apexiskristalle, aber die sind eh Müll). Außer täglich die Garni abklappern - wobei es mittlerweile nur noch alle drei bis vier Tage sind - und drei Mal pro Woche raiden mache ich mit dem Druiden - richtig - nichts mehr.

Theoretisch könnte ich ja mit meinen Twinks viele tolle Sachen machen. Leider gestaltet sich das equippen einfach unglaublich langweilig und monoton, da man eigentlich besseres Gear nur aus dem LFR oder aus dem Auktionshaus bekommt. Ob man sich ersteres Woche für Woche antun möchte - fraglich. Natürlich kann man noch über die Gruppensuche raiden gehen, aber wer Lust auf ein schnelles Ründchen WoW hat, der wird hier auch nicht glücklich.

Heißt also: Wenn man gerne PvE spielt, sich aber nicht jede Woche den LFR antun möchte und gerne mal eine andere Klasse erleben möchte, hat man Pech gehabt. Nur mit viel Zeit wird auch der Twink an besseres Gear kommen. Das wurde in Addons wie Wrath of the Lich King besser gelöst.

Wo bleibt der Content?

WoD ist jetzt seit knapp einem halben Jahr auf dem Markt. Was kam an neuen Inhalten sein Release? Die Schwarzfelsgießerei, die aber zum Start-Content zählt. Dazu ein Patch, der außer einer Twitter-Funktion und einer Selfie-Kamera keine Inhalte gebracht hat. Auch wenn ich diese Gimmicks nicht schlecht finde - WoD erinnert schon jetzt an ein Addon, was kurz vor seinem Ende steht.

In WotLK, Cataclysm und Co. bekam man nämlich auch ein Jahr nach Erscheinen des letzten Raids keine Inhalte geliefert. So fühlt sich Draenor schon jetzt an - mit dem Unterschied, dass das Addon eigentlich noch frisch ist. Enttäuschend. Zumal Blizzard außer vielen Hotfixes und für das Spiel irrelevanten Features keine Inhalte gebracht hat. Zumindest ein paar neue 5er-Instanzen, Daily Quests oder ein Ausbau der Garnison hätten es schon sein dürfen.

Bock hingegen macht die Legendary-Quest. Die Story dieser ist interessant und macht Lust auf mehr. Leider sorgen die elendig langen Sammelquests dafür, dass auch hier kein "legendäres" Gefühl aufkommt. Kleinere, storyrelevante Quests, Cutscenes und Aufgaben in den Raids, die den Spieler Woche für Woche mit neuen Wendungen konfrontiert - das wäre cool. Stattdessen warte ich nur darauf, die nächsten 20 Stacks irgendwelcher Runen über acht Wochen einsammeln zu dürfen.

Also, bitte bitte, Blizzard: Gebt euch doch langsam mal wieder etwas mehr Mühe! WoD ist noch nicht wirklich alt und schon scheint ihr keine Lust mehr darauf zu haben. Blöd nur, dass es den Spielern genauso geht. Meine Prognose für den Rest des Addons: Weiterhin wenig Inhalte, große Langeweile. Und vor allem: Enorm sinkende Spielerzahlen!

Freitag, 27. März 2015

Die Schwarzfelsgießerei: Der beste Raid seit Jahren

Ja, lange Zeit war es hier ruhig. Ja, es tut mir Leid. Ja, natürlich zocke ich noch World of Warcraft. Und ja: Es macht mir auch immer noch sehr viel Spaß! Grund genug also, um mal einen kleinen Zwischenbericht einzustreuen. Immerhin möchte man meinen, dass es bei der Anzahl an Nörglern im offiziellen WoW-Forum gar keine zufriedenen Spieler mehr gibt.

Der beste Raid seit Ewigkeiten

Mittlerweile spiele ich seit knapp sechs Jahren WoW, meine Zeit verbringe ich mit dem Raiden. Seit Ulduar habe ich keinen Content mehr verpasst. Und ich behaupte jetzt für mich: Die Schwarzfelsgießerei ist der beste Raid, den Blizzard seit langer Zeit auf die Beine gestellt hat. Eigentlich sogar seit der Eiskronenzitadelle. Gehen wir die vergangenen Raids mal durch:

  • Ulduar: Verdammt gut, atmosphärisch top und geniale Bosse. Muss ich da noch mehr sagen?
  • Prüfung des Kreuzfahrers:  Dafür gab es viel Kritik für Blizzard, ich mochte es aber. Kein Trash, kurzweiliges Vergnügen für zwischendurch. Nicht mehr und nicht weniger.
  • Eiskronenzitadelle: Neben Ulduar mein Lieblingsraid. Bombastische Atmosphäre, geiles Ini-Design, spaßige Bosse und natürlich Arthas. Auch, wenn die Zitadelle ein Jahr auf den Servern aktiv war, gut fand ich sie trotzdem.
  • Rubinsanktum: Ein Boss, der die Spieler bei der Stange halten sollte. Prinzipiell mag ich solche Ein-Boss-Raids, dieser wirkte aber einfach nur hingeklatscht.
  • Bastion des Zwielichts, Pechschwingenabstieg, Thron der vier Winde: Mit zwölf Bossen ok, eine größere Raidinstanz hätte mir aber besser gefallen, da hier thematisch kein Zusammenhang war. Dazu teilweise absolut langweilige oder nervige Bosse.
  • Feuerlande: Viel zu klein. Da hätte ich mir mehr erwartet.
  • Drachenseele: Come on. Für einen finalen Raid kein bisschen episch oder atmosphärisch. Der größte Flop von Cataclysm für mich.
  • Mogu´shangewölbe, Herz der Angst, Terrasse des endlosen Frühlings: Hier gefiel mir keiner der Raids. Alle wirkten lieblos, ohne großartige Story und waren auch vom Boss-Design nicht wirklich erinnerungswürdig.
  • Thron des Donners: Endlich mal wieder ein großer Raid. Viele Bosse, ein optionaler Encounter im Hardmode - ein Schritt in die richtige Richtung.
  • Schlacht um Orgrimmar: Für mich etwas schwächer als der Thron. Für den finalen Raid erwarte ich einfach etwas episches, die Schlacht um Orgrimmar konnte den hohen Erwartungen nicht standhalten, war aber dennoch ordentlich.
  • Hochfels: Laaaangweilig. Blödes Setting, 08/15-Bosse ohne Charakter. Außerdem wurde Kargath viel zu früh verheit. Big dislike!
  •  Schwarzfelsgießerei: Ein großer Raid mitten im Addon, thematisch durchweg aus einem Guss und mit einem Endboss, der auch wirklich als Oberfiesling angesehen werden kann. Dazu endlich mal wieder frischere Mechaniken, wie beispielsweise bei Erzfresse oder Hans´gar und Fran´zok. 
Fazit dieser Auflistung: Die Schwarzfelsgießerei macht mir so viel Spaß wie kein anderer Raid seit der Eiskronenzitadelle. Aktuell stehen meine Gilde und ich bei 5/10 Bossen im Mythic-Modus. Der Einstieg in den härtesten Schwierigkeitsgrad ist sanft, zieht ab Kromog aber ordentlich an.

Ich würde mir wünschen, dass Blizzard weiterhin große, epische Raids baut. Mit viel Atmosphäre und durchdachten Bossen, bitte! Dann sind auch die Spieler zufrieden. Ich hoffe nur, dass Blizzard für Warlords of Draenor mehr als nur ein weiteres Raidtier nachschiebt. Ansonsten wäre das Addon meiner Meinung nach viel zu kurz. Aber warten wir es mal ab. Noch habe ich in der Gießerei ein wengi zu tun.